Geschichtlicher Rückblick

Die Geschichte der SPD in Unteröwisheim - Der Beginn

Als sich im Jahre 1906 erstmals die Männer und Frauen zusammenfanden, getragen von dem Gedanken, eine Ortsgruppe der Sozialdemokratischen Partei in Unteröwisheim zu gründen, waren die Verhältnisse nicht vergleichbar mit denen unserer heutigen Zeit.
Die Menschen, zumeist aus den Arbeiterfamilien, die in dieser Partei parallel zur Arbeiterbewegung ihre Interessen als Arbeitnehmer am besten vertreten sahen, fanden sich im Hause W. Peter Hettingers zusammen, um im Stillen den SPD Ortsverein Unteröwisheim zu gründen. Wenn von einer stillen Gründung die Rede ist, so muss man wissen, dass es in der damaligen Zeit schwierig war, eine bestimmte politische Gruppierung zu gründen.
Es gab breite Bevölkerungsschichten die diesem fortschrittlichen Gedankengut sehr reserviert, skeptisch und ablehnend gegenüber standen.
Sicherlich gab es auch Gegner der sich entwickelnden Bewegung die gerade den Gründern der SPD versuchten, Schwierigkeiten zu bereiten, indem sie mit Spott und Ironie über die Männer und Frauen redeten.
Einer historisch nicht belegbaren Erzählung zufolge fand im Jahre 1906 in Unteröwisheim, anlässlich der hundertjährigen Zugehörigkeit des Ortes zum Großherzogtum Baden, ein Jubiläumsfest statt, das Schwabenfest genannt.
Die tieferen Wurzeln für dieses Fest könnten allenfalls mit der Säkularisation und dem damit einher gehenden Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation zu belegen sein. In der Zeit zwischen 1803 und 1806 ging Unteröwisheim vom Kloster Maulbronn, Württemberg, an das Großherzogtum Baden.
Die Leser dieser Zeilen werden sich fragen, "Was kann dieses Schwabenfest mit der Gründung der SPD in Unteröwisheim gemeinsam haben?"
Bei dem damaligen Jubiläumsumzug wagten die Gründer der SPD bescheiden einen Schritt in die Öffentlichkeit. Am Umzugswagen mit den Festdamen war ein Transparent mit dem folgenden Vers angebracht:

Wir wollen Frieden, Freiheit und Recht, dass keiner sei des anderen Knecht.
Dass Arbeit aller Menschen Pflicht und keinem es sein Brot gebricht.

Dieser Spruch handelte der neu gegründeten Partei durch das damalige Bezirks-Amt in Bruchsal eine Beschwerde ein.
Der weiteren Erzählung nach wurde der erste Vorsitzende der jungen sozialdemokratischen Ortsgruppe Unteröwisheim, Wilhelm Peter Hettinger, deswegen aufs Rathaus geladen. Er musste den Fragenden Rede und Antwort stehen. Er verteidigte sich mit den Worten, für Frieden, Freiheit und Recht sollten doch alle Menschen eintreten.
Die Namen der Männer, die 1906 in Unteröwisheim die SPD gründeten und darin die Partei erkannten die für die Rechte der Arbeiter eintrat, waren:
W. Peter Hettinger, Wilhelm Lautenschläger, Gustav Baumeister, Karl Gebhard, Ludwig Feil, Johann Häuser, August Häuser, Karl Häuser, Gustav Heinle, Michael Karl, Ludwig Karl, Fritz Karl, Otto Karl, Jacob Oberst, Oswald Oberst, August Oberst, Johann Faude, August Kücherer.
Die Gründungsmitglieder waren meist Handwerker die in den umliegenden Städten Mannheim, Karlsruhe, Pforzheim und Rastatt arbeiteten, um den Lebensunterhalt für ihre Familien zu sichern. Der Weg zu den jeweiligen Arbeitsplätzen war sehr häufig zu Fuß zu bewältigen.


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